Mittwoch, 6. Mai 2009

Vaterloses, aber hilfreiches Verkehrsschild



Sachen gibt's: Bei meiner Tippeltour hatte mich vor wenigen Tagen eine besorgte Dieratherin darauf angesprochen und ich musste ihr nach eigenem Erleben spontan beipflichten. Ich hatte es auch schon vermisst: das Tempo-50-Schild vor der Kreuzung der B 232 mit der Industriestraße / Dierather Straße. Bis vor kurzem war dort die Geschwindigkeit (aus Opladen in Richtung Burscheid fahrend) ca. 100 m vor der Kreuzung von 70 km/h auf 50 km/h reduziert. Das 50er Schild stand -- gut, ein wenig im Schatten -- kurz hinter einem größeren Wegweiser. Dieses Schild ist plötzlich weg.
Dies führt dazu, dass erst die Geschwindigkeitsbegrenzung hinter der Kreuzung greift und auf der Kreuzung selbst relativ schnell gefahren werden darf. Und welcher dynamische bergische Automobilist lässt sich diese Chance nehmen?! Wenn man nun aus der Dierather Straße auf die 232 einbiegen will oder sie überqueren will, muss man entweder sehr früh aufstehen oder das Gaspedal entschlossen durchtreten. Zumal man bei all dem Gras am Randstreifen die aus Opladen heran springenden Renner meist erst spät zu Gesicht bekommt.


Meine Nachfrage bei der Stadt ergab nun: Zuständig ist der Kreis. Bei dem war das besagte Schild aber gar nicht auf der payroll und so hatte er sich erst gewundert, als man das nette Schild nach Jahren im Verborgenen blühend gefunden hatte. Und dann hat er veranlasst, dass es ersatzlos eingesammelt wird.

Ich habe nun gebeten, dass wegen der aus meiner Sicht ernsthaft zunehmenden Gefahr das Wiederanbringen geprüft wird und vielleicht sogar im Bereich der Kreuzung oder unmittelbar dahinter eine Geschwindigkeitsmessung mit optischer Rückmeldung an die Fahrer/innen installiert wird; wohlgemerkt: kein "Starenkasten". Die Stadt wird versuchen, die Fragen in die nächste gemeinsame Verkehrsbesprechung einzubringen (3.6.2009). Ein Selbstläufer sei das allerdings angesichts der hohen Hürden bei Begrenzungen an vergleichbaren Straßen keineswegs.

P.S.: Irgendwann wäre es auch mal interessant zu wissen, wie das für den Kreis nicht dokumentierte Schild überhaupt in diese Welt gekommen ist. Ich möchte unterstellen, dass es dafür einen rationalen Anlass gab. Es führt ja wohl niemand eine Auswahl von Straßenschildern mit sich herum und setzt - mal hier, mal da - fahrig oder anarchistisch eines in die Erde - oder einfach mit dem Ziel weiterer Verbreitung, wie weiland der legendäre Johnny Appleseed im amerikanischen Westen (http://en.wikipedia.org/wiki/Johnny_Appleseed).

P.P.S.: Ich sehe heute Verkehrsschilder und insbesondere Geschwindigkeitsbegrenzungen mit ganz neuen Augen. Besser, man lässt sich künftig erst einmal einen lückenlosen Abstammungsnachweis ausfertigen, bevor man daran glaubt und gar ein Knöllchen zahlt. War ein Scherz, ich hafte nicht für Kosten der Rechtsverfolgung.
P.P.P.S.: Simulator:


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