Donnerstag, 13. August 2009

Burscheider Baustellen


Unser Rathaus ist eingerüstet. Zu beklagen ist ein Dachschaden und schon länger feuchtet es durch. Der Beigeordnete hat vor kurzem Stellung genommen und treuherzig darauf hingewiesen, im eigentlichen Sinne sei es ja gar nicht „unser“ Rathaus, sondern das der Sparkasse und diese habe den Schaden abzustellen. Ja, ja, das ist wohl so. Aber was hier als cleverer Vorteil erscheint, ist es eigentlich nicht. Es zeigt nur an, dass Burscheid seit langen Jahren zur Miete wohnt und dass Burscheid seine Büroräume auch nicht mehr zu seinen Aktiva rechnen kann. Das erinnert mich ein wenig daran, dass vor langen Jahren das Bundesinnenministerium eine feine Bleibe in Westberlin gesucht hatte und eine windige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung vorgelegt hatte, nach der das Anmieten für mehr als eine halbe Mio. € / Monat eine angeblich „preiswerte Lösung“ war; siehe auch zur neueren Entwicklung: hier. Anm.: Trotz solchen Wirtschaftsgebarens wird die Bundesebene nicht so schnell pleite gehen (der Begriff stammt übrigens aus dem Jiddischen und bedeutet „als Schuldner fliehen“, weswegen der sprichwörtlich gewordene „Pleitegeier“ auch gar kein Vogel ist, sondern der hinweg eilende Schuldner höchstpersönlich). Er wird vorher noch weidlich die Landes- und Kommunalebene ausgenommen haben. Leider protestiert dagegen so gut wie niemand. Man könnte aber auch Freunde und Bekannte treffen.

Die weiteren Baustellen stimmen auch nicht sonniger. Es sind letzthin arge Zahnlücken in unsere Vergangenheit geschlagen worden, im unteren Stadtzentrum. Da wieder fällt mir ein, was auf der Wikipedia-Burscheid-Seite steht, und zwar unter „Sehenswürdigkeiten“: „Darüber hinaus gibt es zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude in der Innenstadt … .“ Muss man sich nicht fragen, ob wir sorgsam mit dem umgehen, was spannend ist an Burscheid? Gehen wir wohl nicht; z.B. in der Nähe der Kirchenkurve mehren sich herzlose Zeichen des Verfalls.

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